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Quelle: Fotolia/ZoneCreative

Der Neandertaler in uns allen

 

Jüngst las ich: unser Körper ist ausgelegt für 30 Kilometer aufrechten Gang – pro Tag!
Ich glaube, ich bewege mich auf wissenschaftlich einigermassen belastbarem Boden, wenn ich jetzt mal behaupte: Damit hat die Evolution den frühzeitlichen menschlichen Körper für die elementaren Aufgaben des täglichen Überlebenskampfes zurechtdesignt: Mammute jagen, Beeren, Honig, Pilze und Feuerholz sammeln und hungrigen Säbelzahntigern davonsprinten. 

 

Setzt man die Durchschnittsmarschgeschwindigkeit unserer Ahnen mal mit 4-5 Stundenkilometern an, rechnet Picknick- und Pinkelpausen ein, stellen wir fest: wenigstens 1 Million Jahre lang war der Mensch von morgens bis abends auf den Beinen. Wenn man unsere leicht affenartigen Vorläufer (sic!) wie den Ardepitheus ramidus kadabba, Lucy & Co mit einrechnet, sind es sogar 5-6 Millionen Jahre. (Liebe Creationisten, ihr müsst heute mal wieder draussen bleiben.)

Fakt ist: Wir modernen Menschen bewegen uns im Durchschnitt nur noch 700 Meter pro Tag!

Die Folgen für Leib und Leben sind beträchtlich: Dieser eklatante Bewegungsmangel führt zu einer Degeneration des Körpers. Langes Sitzen und einseitige Bewegungsabläufe verstärken dies noch erheblich. Bandscheibenvorfälle (Diskushernien) verursachen im Schnitt einen Arbeitsausfall von 3 bis 4 Monaten.

Das sind schmerzhafte, teure, wie logische Kurzzeitfolgen der Tatsache, dass wir nicht mehr das schöne Mammut jagen sondern den schnöden Mammon, nicht Beeren sammeln sondern Briefmarken. Selbst das Aufstöbern paarungswilliger Kopulationspartner findet heutzutage zunehmend vor dem Rechner - und natürlich im Sitzen - statt.

Wie sich wohl unser Körper – in the long run- in den nächsten 5-6 Millionen Jahren diesen Gewohnheiten anpassen wird?

Egal ob man es Evolution oder Degeneration nennt, die Konsequenz ist unausweichlich:

Wir werden eine wirbellose gallertartige Masse sein, die unser geschwollenes Hirn umschliesst, dessen Synapsen direkt mit GOOGLE und dem Finanzamt verdrahtet sind.

Jetzt ist es gesagt. Klingt plausibel, aber reichlich unsexy.

Wem, wie mir, schon allein bei dieser Vorstellung schlecht wird, der kontaktiert den Büromöbel–Händler seines Vertrauens und schafft sich wie ich, einen höhenverstellbaren Schreibtisch an und macht schön brav seine Haltungswechsel und Bewegungspausen... und rennt potentiellen Geschlechtspartnern zu Fuss hinterher - tanzt womöglich mit Ihnen – vorher.

Das ist zwar altmodisch, macht aber Spass und sieht vor allem einfach besser aus als…(igittigitt!)

 


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Michael Ehlers

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