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Der offene Sitzwinkel: Nieder mit der Diktatur des rechten Winkels!

Ich nehme eine Frage/einen Kommentar  zum Artikel “Besser Sitzen” zum Anlass, auf das Thema “Offener Sitzwinkel” hier ein wenig ausführlicher einzugehen.

Vorab: Es geht hier um die Vorzüge einer Sitzhaltung mit einem offeneren Winkel von Oberkörper und Oberschenkel, namlich  größer als 90 Grad – bis etwa 

98 Grad. Ein paar Grad Unterschied, die aber einiges bewirken…

Unser Dilemma beim Sitzen besteht zum großen Teil darin, dass unser Becken schon beim Hinsetzen die ungesunde Neigung hat, nach hinten zu kippen.

Diese unwillkürliche Beckenkippung hat als Folge, dass aus einer natürlichen und harmonisch aufgerichteten S-Form der Wirbelsäule eine Rundrückenhaltung wird, die die Bandscheiben speziell in der Lendenwirbelsäule stark belastet. (Hier eine Animation, die das ganz gut deutlich macht.) Das zu verhindern bedürfte es einer bewussten Anspannung der stützenden unteren Rückenmuskulatur – wozu im Bürodauersitzalltag niemand wirklich Lust hat…

Man neigt nämlich zum Sitzen mit rundem Rücken, weil das die Rückenmuskulatur weniger beansprucht als das orthopädisch bessere, aufrechte Sitzen. Es entsteht sozusagen ein Interessenkonflikt zwischen den Bedürfnissen der Muskulatur und den Bandscheiben. Um so wichtiger sind Haltungswechsel und Bewegung!

Gerade was bis heute immer noch als “ideale” Sitzhaltung beschrieben wird  (90-Grad- Winkel aller Gliedmasse zueinander) kann also durchaus die Ursache für ernsthafte Rückenprobleme werden.

Neuere arbeitsmedizinische Untersuchungen empfehlen bei aufrechter Sitzhaltung eine leichte Neigung der Sitzfläche nach vorn. Eine Sitzhaltung mit leicht nach unten geneigten Oberschenkel unterstützt nämlich die Muskulatur bei der korrekten Balance des Beckens auf den Sitzbeinhöckern.

Die positive Effekte: Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule bleibt erhalten, der Oberkörper ist aufgerichtet und ein entspannterer Bauchraum bietet mehr Platz für die inneren Organe und eine tiefe Atmung.

Beim Sitzen mit einem offenen Sitzwinkel ruht ein erheblicher Teil des Körpergewichts auf den Füßen. Jedenfalls mehr als beim Sitzen auf geraden Sitzen. Dies animiert zusätzlich die Beine, dem Körper kleine Bewegungsimpulse zu geben. Selbst diese kleinen Bewegungen der unteren Extremitäten setzen die so genannte Venenpumpe in Gang, eine Art Ventilklappensystem, das unserem Herz das Zurückpumpen des Bluts aus den Beinen in die oberen Körperregionen erleichtert.

Ein offene Sitzwinkel hat also gleich eine ganze Reihe von positiven Auswirkungen auf unseren Körper, die zusammen mit wechselnden Sitzhaltungen und mehr Bewegung im Generellen unsere Wohlbefinden trotz vielem Sitzen vor dem Rechner deutlich verbessern kann. Übrigens, nicht alle Bürostühle können das, deshalb hin zum Büromöbel – Händler

Ceteri censeo: wir sitzen zuviel, ein paar mal pro Stunde kurz Aufstehen, ein paar Schritte  (selbst wenn man “auf der Stelle tritt”) bringen wieder Schwung in unser kreuzlahmes Knochengebälk. Das geht immer, wir sitzen ja schließlich nicht auf einer Galeere…


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JOMA Team

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