Ergonomie im Büro

Nadja Sternik-Mäder stv. Geschäftsführerin J
Nadja Sternik-Mäder
stv. Geschäftsführerin JOMA Trading AG
Geprüfte BüroFachplanerin

E D I T O R I A L

Wir fordern: mehr Ergonomie am Arbeitsplatz!

Büroarbeit kann in den meisten Fällen nicht gerade als gefährlich bezeichnet werden. Jedoch kann man durchaus von einer gesundheitsgefährdenden Tätigkeit sprechen, wenn man bedenkt, dass ein durchschnittlicher Büroarbeiter bis zu 80% seiner Wachzeit im Sitzen verbringt. Da scheint es fast schon logisch, dass Muskel- und Skeletterkrankungen zu den Spitzenreitern der Statistik der Ausfalltage gehören. Auch Erkrankungen des Verdauungssystems, des Herz-Kreislaufsystems oder der Augen werden in den Statistiken aufgeführt. Der Büromensch wird zum Albtraum der Krankenkassen! Hier bringen wir die Ergonomie am Arbeitsplatz ins Spiel.

Der Begriff Ergonomie kommt aus dem Griechischen und ist – bezogen auf das Büro und die Büroarbeit - die Wissenschaft von der Optimierung der Arbeitsbedingungen, insbesondere in Bezug auf die Vermeidung gesundheitlicher Schäden. Ziel ist es, die Belastung des arbeitenden Menschen so gering wie möglich zu halten, dies unter Einsatz technischer, medizinischer, psychologischer sowie sozialer und ökologischer Erkenntnisse. Im Grunde ist ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz also eine Rundum-Wohlfühlpackung für den Mitarbeitenden.

Wie kommen wir zu „mehr“ Ergonomie im Büro?

Nun kann man sich einen ergonomischen Bürostuhl kaufen, dazu einen ergonomischen Tisch und vielleicht auch noch etwas über ergonomische Beleuchtung im Internet lesen und sich dann einreden, man hätte etwas für seine Gesundheit getan. Doch welcher Bürostuhl ist heute nicht ergonomisch? Wie kann ein Schreibtisch ergonomisch sein? Und was bedeutet „Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz“? Der Schlüssel zu einer gesunderen Arbeitsumgebung liegt in zwei Schritten:

1. Ausgangssituation verbessern: Um eine nachhaltige ergonomische Arbeitsplatzgestaltung zu erreichen, empfehlen wir Ihnen dringend, sich von einer Fachperson beraten zu lassen. Nur weil ein Bürostuhl als ergonomisch angepriesen wird, heisst dies noch lange nicht, dass es der richtige Bürostuhl für Sie ist. Jeder Mensch ist individuell und so sollte auch jedes Büro auf den Benutzer angepasst werden. Ergonomische Büromöbel passen sich nämlich den Benutzern an, nicht umgekehrt. Die richtige Einstellung der Möbel ist das A und O. Ein erfahrener Profi schaut zudem über die Büromöbel hinaus auf die Gesamtsituation, bewertet diese und setzt ergonomische Prinzipien auf Sie und Ihr Büro angepasst um.

2. Verhalten ändern: Dies ist eigentlich der schwierigere Teil, denn wir werden schon früh darauf konditioniert, still zu sitzen. Mit Eintritt in die Schule werden Kinder gezwungen, ruhig da zu sitzen, und dies leider oft auf nicht dafür passenden Möbeln. Kommen noch die „statischen“ Nachmittagsbeschäftigungen vieler Kinder hinzu, wie fernsehen oder Computergames spielen, sind Schäden am Bewegungsapparat vorprogrammiert. Sein eigenes Verhalten zu ändern, ist schwer. Doch es ist der Schlüssel zu einem gesünderen, bewegungsreicheren (Arbeits-)Leben. Um mehr Bewegung in den Büroalltag zu bringen, können beispielsweise Erinnerungen im Kalender helfen oder Apps auf dem Handy installiert werden, die regelmässig dazu anregen, die Haltung zu ändern. Die richtige Einstellung zur Sache ist das A und O.

Was gehört zu Ergonomie am Arbeitsplatz?

Jeder Mensch ist anders. Aus diesem Grund ist für jeden auch eine andere Stuhl- und Tischhöhe optimal. Während allgemein gültige Normen uns immer noch eine Tischhöhe von 72 cm vorschreiben, kommt man in der Praxis glücklicherweise immer mehr davon ab, konsequent starre Arbeitsplatzlösungen umzusetzen.

Bei der individuellen Einstellung des Arbeitsplatzes sollte zuerst der Bürostuhl auf den Besitzer eingestellt werden. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Ergonomie-Spezialkapiteln und unserem Blog. Genauso wichtig wie die Stuhleinstellung ist die Höhenanpassung des Schreibtisches auf den Benutzer. Ein ergonomischer Tisch sollte mindestens höheneinstellbar in einem Bereich von 20 cm sein. Besser noch: ein höhenverstellbarer Schreibtisch, bei dem im Sitzen und im Stehen gearbeitet werden kann. Solche Sitz-/Stehtische gibt es mit elektrischer Verstellung oder Handschnellverstellung, bei letzterer bringen Sie den Arbeitstisch innert 1-2 Sekunden auf die gewünschte Höhe.

Ergonomie macht auch vor dem Bildschirm nicht Halt. Eine entspannte Kopfhaltung und geringe Belastung für die Augen können durch die richtige Aufstellung des Bildschirms am Arbeitsplatz erreicht werden. Nacken, Rücken und Augen werden es Ihnen danken. Genauso hängen Akustik und Licht mit dem Thema Büro Ergonomie zusammen. Der persönliche Bedarf an Beleuchtung ist sehr individuell und hängt von diversen Faktoren, wie Alter des Mitarbeitenden und seiner Tätigkeit ab. Mit der Akustik verhält es sich ähnlich: während die Lautstärke von Geräuschen zwar gemessen werden kann, ist Lärm in sich doch eine subjektive Sache.

Bringen Sie mehr Bewegung in Ihr Büro!

Zentral in der Schaffung einer ergonomischen Büroeinrichtung sollte die Bewegung sein. Schaffen Sie Bewegungsanlässe! Dies kann der Gang zum Drucker sein oder dass Sie sich angewöhnen, stehend zu telefonieren. Ebenso wichtig ist es, die Mitarbeitenden zu schulen und Ihnen die persönlichen Vorteile ihres ergonomischen Arbeitsplatzes aufzuzeigen.

Wir hier in Aadorf haben uns der Büro-Ergonomie verschrieben: Unsere erfahrenen Einrichtungsberater stehen Ihnen für Fragen rund um die Büro-Ergonomie zur Verfügung. Besuchen Sie unsere grosse Ausstellung hier in Aadorf und überzeugen Sie sich in unserem Ergonomiepark. Wir freuen uns auf Sie!