Übersicht: alle klassischen Schreibtische

Nadfja Sternik-Mäder JOMA
Nadja Sternik-Mäder
stv. Geschäftsführerin
Geprüfte BüroFachplanerin

E D I T O R I A L

Der starre Bürotisch: die Evolution geht weiter.

Der Archeytyp des Tisches - eine Platte, vier Beine bestimmte über Jahrhunderte die Einrichtung der Schreibstuben des Abendlandes. Durch die Zeiten varierten Möbelschreiner ein wenig Material, Form oder Dekor, aber im Prinzip sah es lange so aus, als ob es daran nichts Substantielles zu verbessern gäbe. Noch heute folgen viele Schreibtische diesem Ur-Möbel. Stehpult und Stehtisch waren Ableger des gleichen Basisdesigns - mit längeren Beinen eben.
Dann kam der PC. 
Und plötzlich gab es Handlungsbedarf in den Entwicklungsabteilungen der Büromöbelhersteller. Klobige Röhrenmonitore mit dem Gewicht eines Kartoffelsackes mussten auf dem bis dahin in aller Regel 60 bis 80 cm tiefen Arbeitstisch untergebracht werden, CPUs - Central Processing Units - war der geschwollene Ausdruck für die beige-grauen Blechkisten, die für oben auf dem Büro-Tisch zu gross und zu hässlich und auf dem Boden unter dem Tisch den Attacken des Putzpersonals ausgesetzt waren. Jede Menge Kabel waren im Weg, dazu Peripheriegeräte, Drucker, Modems (?) kamen dazu mit noch mehr störungsanfälligen Kabelverbindungen.
Das war die Zeit, als der gute alte Tisch zum „Tischsystem“ mutierte. Optional konnten ab sofort Kabelkanäle, Kabelwannen, Kabeldurchlassdosen, Kabelblenden, Druckerboards, separate Monitorebenen, Tastaturauflagen oder –auszüge, dazubestellt werden – und, by the way, den Preis des Tisches auf den eines gut erhaltenen Gebrauchtwagens hochtreiben. (Von dieser Strategie lässt sich die Autoindustrie bis heute inspirieren.) Die „dritte Ebene“, eine Art solitäres Regalbrett an der Hinterkante des Computertisches wurde erfunden, um den an den überbordenden Technikkram verlorenen Lebensraum wenigstens ein wenig zu kompensieren. Ruckzuck landeten dort ein Zweitmonitor, die Diskettenbox und das gerade erfundene, superhippe externe CD-Laufwerk...

Der Computer rückt den Schreibtisch in ein neues Licht...

Inzwischen tauchten Traversensysteme und Wangensysteme auf, können aber bis heute den klassischen Vierfuss-Tisch nicht restlos verdrängen. Die Monitore wurden kontinuierlich und unaufhaltsam grösser, Ergonomen und Arbeitswissenschaftler forderten lauthals Tischtiefen bis 120 cm. Die Rufe verhallten in den meisten Fällen ungehört. Das Heer der ergonomisch Ahnungslosen stellte die auf 23-Zoll-Bildschirmdiagonale angeschwollenen  Röhrenungetüme schräg seitlich aufs Tischeck, um überhaupt Platz für die Tastatur zu kriegen. Verdrehte Hälse waren die Folge, es war die Zeit, als Rücken-und Nackenschmerzen die Hitliste der berufsbedingten Krankheitsbilder stürmten. Nur wenig später haben findige Mediziner das Carpaltunnelsyndrom erfunden – im Volksmund die gemeine Mauskralle - und sich damit auf Jahre die Wartezimmer gefüllt.
Dann kam der Flatscreen, die zweite Revolution, die die Bürowelt gründlich aufmischte.
Anfangs astronomisch überteuert und das Statussymbol weniger, dauerte es  ungefähr zwei bis drei Jahre bis der LCD-Flachbildschirm flächendeckend die Schreibtische eroberte. Mit weitreichenden Folgen. Tischsysteme wurde „slimmer“ und/oder „lighter“ 80 Zentimeter waren auf einmal wieder eine luxeriöse Tischtiefe. Von den Schwerlast-Monitormonstern befreit, konnten Designer die elegant „schwebende“ Tischplatte erfinden, Wichtigste Neuerung jener Jahre: Der Flächenbedarf für Grossraumbüros konnte gewinnmaximierend verringert werden.

Vom starren Schreibtisch zum höhenverstellbaren Arbeitstisch

Und noch eine Entwicklung brach sich aus der Nische Bahn: Es gab sie zwar schon eine Weile, aber höhenverstellbare Arbeitstische, die mit einem Handgriff wechselnde Arbeitshaltungen vom Sitzen bis zum Stehen erlaubten, wurden lange als exotischer Gimmick für in Ziegenleder gekleidete Gesundheitsapostel belächelt. Ungefähr so sexy wie Gesundheitslatschen.
Vor allem nachdem der Hersteller LEUWICO diesen zu mehr Bewegung aninmierenden Sitz-/Stehtischen neben einer schnellen und komfortablen Höhenverstellmechanik ein zeitgemässes Design verpasste und in kurzer Zeit damit mehrere renommierte Preise einsammelte, änderte sich das Bild.
Die Liste der Vorteile ist lang: höhenverstellbare Schreibtische erlauben die perfekte Anpassung an Ihre Körpergrösse und Ihre individuellen Arbeitsgewohnheiten. Wechselnde Arbeitshaltungen vom Sitzen bis zum Stehen beleben Körper und Geist und verhindern gleich eine ganze Reihe von negativen gesundheitlichen Folgen des büroüblichen Dauersitzens. Die Risiken, an Kreislauf-, Muskel- und/oder Knochenschäden zu erkranken, werden durch mehr Bewegung signifikant verringert. Auch Stress wird durch Bewegung abgebaut. Weil der Bürotisch in aller Regel ein Computertisch ist, sind unsere Sitz-/Stehtische starren Stehpulten und anderen Pulten und statischen Stehtischen in Vielem überlegen: Ihr Rechner, Monitor und alle nötigen Arbeitsmittel gehen mit in die Höhe.
Natürlich führen wir den klassischen Schreibtisch in unserem Produktfolio. Es gibt in nahezu jedem Unternehmen Arbeitsplätze und -Zonen, wo sie sinnvoll eingesetzt werden können. Sobald aber an einem Arbeitsplatz mehr als gelegentlich oder für mehr als 6 Stunden am Bildschirm gearbeitet wird, ist unsere eindeutig und eindringliche Empfehlung ein bis zur Stehhöhe verstellbarer Arbeitstisch.
Der starre Tisch ist nicht tot. Er riecht nur etwas seltsam...
(frei nach Frank Zappa, der diese Phrase humorig auf altmodische Jazz-Musik münzte.)