Worauf Sie beim Kauf eines Sitz-/Stehtisches achten sollten

10 Tipps vom Experten

Sie planen, sich einen höhenverstellbaren Schreibtisch anzuschaffen? Unsere Einrichtungsberater haben sich zusammengesetzt und für Sie die wichtigsten Punkte zusammengetragen, auf die Sie achten sollten.

Tipp Nr. 1: Manuelle Verstellung anstatt motorische!

Ein Arbeitstisch mit manueller Höhenverstellung – und damit meinen wir nicht die guten alten Kurbelmodelle, bei denen einseitiges Armtraining inklusive ist – ein solcher Tisch ist in 1-2 Sekunden von Sitz- auf Stehhöhe gebracht. Gibt es nicht? Natürlich. Wir haben es hier für Sie verfilmt.

Die Vorteile der Handschnellverstellung:

1. Sie bringen den Tisch bis zu 10x schneller von Sitz- auf Stehhöhe als einen Arbeitstisch mit motorischer Verstellung.
2. Durch die Schnelligkeit des Verstellvorgangs benutzen Sie den Tisch intuitiver und spontaner.
3. So verstellen Sie Ihren Schreibtisch viel häufiger und kommen so zu mehr Bewegung im Büro.
4. Die manuelle Höhenverstellung bringt kein lästiges Motorengeräusch mit sich.
5. Ein Bürotisch mit Handschnellverstellung funktioniert stromlos – das ist gut für die Umwelt und lästige Störungen wegen Stromunterbruch gibt es auch nicht.

Tipp Nr. 2: Gewichtsausgleich

Ein Sitz-/Stehtisch mit Motor fährt und fährt und hebt das Gewicht, das Sie darauf liegen haben, hoch. Bei einem Schreibtisch mit intelligenter manueller Verstellung, macht das ebenfalls der Tisch für Sie. Wie das? Bei unseren Schreibtischen geschieht das durch eine Zugfeder, die in einer Quertraverse liegt. Durch an- oder entspannen dieser Zugfeder kann die Mechanik des Sitz-/Stehtisches so angepasst werden, dass sie im Bereich von 0 – 40 kg die Arbeit für Sie erledigt. Das Resultat ist ein perfekt ausbalanciertes System, bei dem Sie jeweils bloss die Bewegung initiieren müssen.

Tipp Nr. 3: Stabilität

An dieser Stelle sei gesagt: kaufen Sie einen solchen Tisch nicht im Internet, sondern schauen Sie ihn sich live an! Nicht nur das, testen Sie den Stehpult auf Herz und Nieren. Dazu gehört auch, dass Sie ihn auf Stehhöhe bringen und dann mal daran rütteln. Nicht wie wenn Sie Äpfel vom Baum schütteln wollten, aber geben Sie dem Tisch ruhig mal einen kleinen Schubs und schauen Sie, was passiert. Denn in tiefster Position ist (fast) jeder Tisch stabil, fährt er seine langen Beine aus, ist es aber oft aus mit der Standhaftigkeit.

Tipp Nr. 4: Nachhaltigkeit / Unterhalt

Eine manuelle (mechanische) Verstellung ist nachhaltig. Diese lässt sich auch nach Jahren, wenn nötig, kostengünstig einstellen oder gegebenenfalls reparieren.

Bei der Motorverstellung ist die elektronische Steuerung meistens der Schwachpunkt. Wenn diese nach Jahren ausfällt, ist vielfach diese Steuerungs-Generation nicht mehr lieferbar. Wenn man Glück hat, kann eine Nachfolge-Steuerung auf das alte Tischmodell programmiert werden. Hier sprechen wir von einem Kostenaufwand von ca. CHF 500 – 1‘000.- nach aktuellem Preisstandard.

Tipp Nr. 5: Wenn motorisch, dann bitte ohne Programmierung

Eine Programmierung von verschiedenen Tischhöhen suggeriert Komfort in der Bedienung. Der Benutzer muss sich so nicht merken, auf welche Höhe er den Tisch fahren soll, wenn er aufsteht. Aber wieso soll man sich das überhaupt merken müssen?? Viel besser spüren Sie doch einfach, was für Sie gerade angenehm ist, anstatt sich auf eine Zahl auf dem Display zu verlassen. Wir nennen das Wohlfühlergonomie. Die ideale Arbeitshöhe hängt sowieso auch von verschiedenen Faktoren ab. Welche das sind, lesen Sie hier.

Tipp Nr. 6: Auf Tischgrösse und Platzverhältnisse achten

Wie viel Platz haben Sie eigentlich in Ihrem Büro? Damit meine ich nicht nur die Tischbreite, sondern vor allem auch die Tiefe des Tisches. Ab einer Bildschirmgrösse von 22 Zoll wird eine Tischtiefe von 90 cm empfohlen.

Nehmen Sie einen Doppelmeter oder ein Massband zur Hand und messen Sie die Diagonale Ihres Bildschirmes. Das Ergebnis rechnen Sie durch 2.54. Et voilà, nun kennen Sie die Zollgrösse Ihres Monitors!

Doch natürlich ist auch die Tischbreite relevant. Hierzu sollten Sie sich mal Gedanken machen, was denn alles auf dem Tisch Platz finden muss. Sind Sie der spartanische Typ, dem Laptop und Maus genügen oder gehören Sie zu dem Schlag Mensch, der seinen Drucker, Fotos von Familie, Haus & Hund, und Telefon, Tacker und Teetassenwärmer draufpackt? Haben wir alles schon gesehen in den vergangenen 39 Jahren. Überlegen Sie sich also vorher, wie viel Platz Sie sich im Raum für den Tisch „leisten“ können und wie viel Sie minimal benötigen.

Als nächstes – und das wird leider oft vergessen – schauen Sie mal nach hinten. Wie viel Raum können Sie nach hinten noch für sich beanspruchen? SUVA empfiehlt mindestens einen Meter. Den brauchen Sie auch, wenn Sie sich mal in Ihrem Bürostuhl etwas zurücklehnen wollen oder wenn Sie einigermassen komfortabel aufstehen möchten. Bei höhenverstellbaren Bürotischen haben wir die Erfahrung gemacht, dass dieser eine Meter oft zu knapp bemessen ist. Wenn Sie nämlich stehend arbeiten, kann es sein, dass der Bürostuhl dann im Wege steht. Das gute Sitzmöbel soll doch aber nicht zur Stolperfalle werden. Darum empfehlen wir: Rechnen Sie von der Tischkante weg ruhig 1.2 Meter ein, so sind Sie auf der sicheren Seite.

Übrigens, bei einem Sitz-/Stehtisch sollten Sie auch immer 2.5 cm Abstand zu sämtlichen angrenzenden Möbeln einhalten. Ihre Finger werden es Ihnen danken…

Tipp Nr. 7: Farb- und Materialwahl

Farben und Materialien, darüber werden Emotionen verkauft. Beides ist Geschmackssache. Lassen Sie mich nur so viel dazu sagen:

Farben: aus ergonomischer Sicht halten Sie sich bei der Wahl der Tischplattenfarbe am besten an ein mittleres Grau. In zahlreichen Tests wurde ermittelt, bei welchem Farbton denn das Auge am wenigsten ermüdet. Als Sieger ging das sogenannte Lichtgrau hervor.

Lichtgrau

Unauffällig, nicht zu dunkel und nicht zu hell, zugegebenermassen auch eher unspektakulär. Aber durchaus erfolgreich. Jahre, wenn nicht Jahrzehntelang wurden Büros in aller Welt im lichtgrauen Farbton eingerichtet und mit passenden (oder unpassenden) Accessoires aufgepeppt.

Expertenrat zum Thema Farbwahl:

Wählen Sie für grosse Flächen lieber dezente Farben aus und setzen Sie Akzente mit Bildern und Dekorationsgegenständen. So behalten Sie mehr Flexibilität in der Gestaltung und können auch mal kurzerhand einen neuen Stil in Ihr Büro bringen, ohne das gesamte Mobiliar auszuwechseln.

Tatsächlich ist es so, dass bei dunklen Tischoberflächen unsere Augen stärker ermüden, da der Kontrast zwischen der Oberfläche und dem weissen Papier zu stark ist. Dies müssen die Augen dann permanent ausgleichen. Wieso also nicht gleich eine weisse Tischplatte nehmen? Weil eine weisse Oberfläche unter Umständen schon wieder zu hell für unser Auge ist, was sehr unangenehm sein kann. Und wer arbeitet noch mit Papier?? Mehr Büromenschen, als Sie denken mögen, liebe Leserin, lieber Leser. Doch das papierlose Büro rückt näher…

Materialien: Echtholzfurnier, Melaminharz, Glas, Linoleum, Massivholz, Leder, … es wäre bald einfacher aufzuzählen, welche Materialien nicht als Tischoberfläche dienen. Lassen Sie sich auf jeden Fall beraten zu Themen wie Kratzbeständigkeit und Pflege. Machen Sie Preisvergleiche zwischen den einzelnen Varianten. Eine echtholzfurnierte Platte fühlt sich wunderbar an, ist preislich jedoch höher als eine einfache Kunstharzplatte. Glas fühlt sich oft kalt an, was sehr unangenehm sein kann, wenn man die Unterarme beim Schreiben auf der Platte auflegt.

Doch auch andere Faktoren sollten Sie berücksichtigen. So sehen verchromte Tischbeine zwar sehr schick aus, doch sind sie zum einen sehr anfällig auf Flecken und Fingerabdrücke, zum anderen ist ihre Herstellung alles andere als umweltfreundlich. 

Tipp Nr. 8: Zubehör: Elektrifizierung & Kabelmanagement

Auf so einem Bürotisch finden sich ja immer auch einige elektrische Geräte wieder: Bildschirm, Laptop, Telefon, Handyladekabel, und und und… All diese Kabel wollen dann auch sauber zur Steckdose geführt werden. Es sieht weder schön aus, noch ist es besonders sicher, wenn diese alle  irgendwie lose von Punkt A nach B hängen. Und bedenken Sie dabei: Sie kaufen einen höhenverstellbaren Arbeitstisch, das heisst, die Kabel müssen auch eine gewisse Länge haben. Am meisten hat es sich unserer Erfahrung nach bewährt, wenn Sie in eine Kabelwanne investieren, die gross genug ist, um den ganzen Salat plus Steckerleiste aufzubewahren. So sind es schlussendlich ein, maximal zwei Kabel, die in einer dafür vorgesehenen "Schlange" geführt den Weg vom Schacht bis zur Steckdose machen.

Den Weg von der Kabelwanne zur Tischplatte kann dann ganz unterschiedlich gestaltet werden: zum Beispiel mit Kabeldurchlassdosen, die in die Tischplatte gebohrt werden. Dann müssen Sie sich aber schon vorher klar machen, wo die Durchlässe am meisten Sinn machen und wie viele Sie brauchen. Manche Tischmodelle kommen mit Schiebeplatte. Das heisst, Sie können die Platte durch Betätigen eines Hebels leicht nach vorne schieben, alle Kabel verstauen und sie dann über die Tischkante nach oben führen. Wenn Sie den Tisch an eine Wand stellen oder es Ihnen schlichtweg egal ist, wie die Kabel verlaufen, können Sie auch einfach über die Tischkante führen und runterbaumeln lassen. Die Ästhetin in mir seufzt bei dem Gedanken ganz tief, aber es ist ja Ihr Büro.

Tipp Nr. 9: Tisch live anschauen und testen, nicht ab Prospekt kaufen

Ich habe es Ihnen vorhin schon vorgebetet, testen Sie ein solches Produkt unbedingt vor dem Kauf! Lassen Sie sich weder von Schnäppchen noch von sonstigen Argumenten beeindrucken. Sie tätigen immerhin eine nicht zu vernachlässigende Investition und diese sollte wohlüberlegt sein. Testen Sie also den Tisch auf Stabilität, spüren Sie, welche Oberfläche Ihnen am ehesten zusagt und pröbeln Sie rum mit der Verstellmechanik: rauf, runter, rauf, runter, rauf…

Tipp Nr. 10: Sich vom Experten beraten lassen

Sie haben irgendwo einen höhenverstellbaren Schreibtisch gesehen, der Ihnen zwar gefallen würde, aber eben doch nicht ganz passt? Dann lassen Sie sich von einem Profi beraten. Jede Wette, es gibt den Tisch in so vielen Ausführungen, dass bestimmt auch für Sie das passende Modell dabei ist. Über die verschiedenen Farben und die grosse Materialauswahl wissen Sie ja Bescheid. Es gibt auch höhenverstellbare Tische mit angewinkelten oder gar rechteckig abgewinkelten Plattenformen. Oder sonst ganz verrückte Formen. Und wenn es gar nicht passt, dann wird es eben passend gemacht.

Sitz-/Stehtisch 90 Grad abgewinkelt, die gesamte Tischfläche ist höhenverstellbar

Ein guter Einrichtungsberater hört Ihnen zu und berät Sie kompetent und lösungsorientiert. Fragen Sie auch ruhig nach einem Planungsvorschlag und Material- und Farbmustern zum Mitnehmen. 

Ich hoffe, Sie sind jetzt gerüstet für den Kauf Ihres eigenen Sitz-/Stehtisches! Falls Sie Fragen haben, schreiben Sie uns über die Kommentarzeile oder rufen Sie uns an unter 0800 287 666!

Kommentare

Guten Tag Herr Gisler! Ein Kundenberater wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen. Damit wir Ihre Anfrage schnellstmöglich bearbeiten können richten Sie bitte jede weitere Kommunikation an info@joma.ch oder rufen Sie uns an.

Ich habe Interesse an einem handverstellbaren Stehpult iMOVE-C 90 x 160 cm Platte Echtholz Buche. Können Sie mir grobe Angaben zum Preis machen? Dazu konnte ich auf ihrem informativem Internetauftritt keine Angaben finden.

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